"Tag der Artenvielfalt"

Eine Aktion der Überlinger Umweltgruppen von BUND & NABU

 

Seit Jahren beobachten Wissenschaftler und Umweltschützer einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten, Vögeln und Wildtieren. Dabei ist nicht nur das Aussterben einzelner Arten zu beklagen – auch die Anzahl der Individuen pro Art ist rückläufig.

 

Für den Erhalt, die Pflege und den Schutz unserer Natur - und damit für die Artenvielfalt - setzen sich die Umweltverbände BUND und NABU seit vielen Jahren ein. Doch letztlich kann man nur schützen und bewahren (wollen), was man auch kennt.

 

Deshalb veranstalten die Überlinger Ortsgruppen in Zusammenarbeit mit dem Demeter-Betrieb Andreashof jedes Jahr den Tag der Artenvielfalt - eine erlebnis- und lehrreiche Veranstaltung für alle, denen die Bewahrung unserer Natur am Herzen liegt.  

Dieses Jahr fand der Tag der Artenvielfalt wegen Corona nicht wie üblich im Mai, sondern erst am 12. September statt.  Doch ob Frühjahr oder Spätsommer: Ziel ist es stets, den Gästen bei interessanten, kostenlosen Führungen und Vorträgen den Reichtum und die Schönheit unserer Natur nahezubringen und auf den Schwund unserer Artenvielfalt hinzuweisen. Ob als Familienausflug oder als Teil einer Radtour: Der Tag der Artenvielfalt ist immer eine schöne Gelegenheit, um die Natur zu genießen, sich zu informieren, viel zu lernen - und an einem besonderen Ort zu entspannen!

 

Info-Pavillon von BUND und NABU auf dem Andreashof
Info-Pavillon von BUND und NABU auf dem Andreashof

 

Das Programm im Überblick:

  • Naturkundliche und Botanische Führungen rund um den Hof zu Blütenpflanzen, Wildkräutern, Vögeln, Insekten, Amphibien und Co.
  • Führungen auf dem Andreashof durch den Kräuterschaugarten, die Imkerei und zu Lichtyam 
  • Infostände von BUND, NABU und Arbeitskreis Fledermäuse 
  • Kinderprogramm mit "Familien-Rallye" 
  • Essen und Trinken: Der Andreashof und das gemütliche Café im Hofladen servieren Herzhaftes, Eis und Getränke.

  


Warum die Artenvielfalt schwindet

Kaisermantel, Distelfalter und Kleiner Fuchs, Foto: K.H.
Kaisermantel, Distelfalter und Kleiner Fuchs, Foto: K.H.

 

Die "Krefelder Studie" und viele andere Studien wiesen nach, dass die Biomasse von Insekten von 1989 bis 2013 um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist.

 

Und da Insekten die Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten bilden, gehen auch deren Brutvogelbestände zurück. Ornithologen registrieren schwindende Bestände bei Schwalben, Fliegenschnäppern, Grasmücken, Rohr- und Laubsängern; selbst die früher häufige Feldlerche ist inzwischen bei uns eine Rarität.

Andere Vogelarten wie Rebhuhn, Kiebitz und Bekassine könnten bald ihre letzten Brutplätze in Deutschland verlieren. Aber auch Fledermäuse leiden Hunger, wenn es an Insekten fehlt!

 

 Unter anderem die industrielle Landwirtschaft hat sich zur größten Bedrohung für wildlebende Arten entwickelt.

Der Verlust von Biotopen, Hecken und Randstreifen, die Schaffung großflächiger Monokulturen zusammen mit dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden sind wesentlich verantwortlich für das Verschwinden vieler Pflanzen- und Insektenarten.

Negativ wirkt sich zudem der fortschreitende Flächenverlust durch den Bau von Siedlungen, Gewerbegebieten und Straßen aus.

Da unsere Obstanlagen und Weinberge direkt von der Bestäubungsleistung – nicht nur der Honigbienen – abhängen, ist langfristig auch die Kulturlandschaft in unserer Region gefährdet. 

 

 


Momentaufnahmen vom "Tag der Artenvielfalt" am 12.09.2021

Die Infostände: Fledermaus-Exponate, Apfelverkostung, Nistkästen & mehr

Die Führungen: z.B. durch den Kräuterschaugarten, zu Insekten und in die Pflanzenwelt

Das Kinderprogramm: Kräuter und Blüten tasten, riechen und fühlen

Danke sehr!

Für ihre spannenden Führungen am 12. September danken wir:
Dr. Gregor Schmitz, Uni Konstanz (Insekten), Karl Roth, BUND Salem (Naturkundliche Exkursion), Gabriele Rex (Kräuterschaugarten Andreashof), Michael Hertel (Imkerei Andreashof), Matthias Busl (Lichtyam, Kompostierung Andreashof) und Wolfgang Rauneker, NABU/BUND (Botanischer Spaziergang).

 

Für Ihre Grußworte und ihren leider wenig erfreulichen Zustandsbericht zum Artenschwund danken wir Gabriela Lindner, Kreisvorsitzende BUND Bodensee.

 

 

Danke auch an alle übrigen Helfer und guten Geister von NABU, BUND und Andreashof, die den Tag der Artenvielfalt vorbereitet und gestaltet haben (für tolle Fledermaus-Exponate und -infos speziell an Sylvia Koß!), sowie den vielen interessierten, freundlichen Gästen. Sie alle haben den Tag zu einem schönen gemeinsamen Erlebnis und Erfolg gemacht.  

 


Impressionen vom "Tag der Artenvielfalt" am 27. Mai 2018


Eindrücke vom "Tag der Artenvielfalt" am 22. Mai 2016

Der "Tag der Artenvielfalt" im Juni 2014