Chronik einer Ausstellung

Ohne Fleiß keine "Insekten.Garten.Schau"

Schritt für Schritt nahm unsere Ausstellung rund um den insektenfreundlichen Garten Gestalt an. Einige MitstreiterInnen von NABU und BUND, die bei ihrer Verwirklichung halfen, erzählen von den Arbeitseinsätzen - die allerjüngsten Ereignissen stehen oben. Die meisten Einsätze fanden aber bereits im Jahr 2019 statt ...

 

 

Erster Pflegeeinsatz im Hochsommer

Marianne & Gerhard besprechen die Mähflächen
Marianne & Gerhard besprechen die Mähflächen

Überlingen, 12.7.2021

 

Mitte Juli 2021 wurde es Zeit für einen weiteren konzertierten Pflegeeinsatz des LaGa-Teams. Bislang einige Arbeit gespart hatte ihm der Umstand, dass für das Gießen der Anpflanzungen im Frühsommer Petrus persönlich gesorgt hatte – und zwar reichlich. Damit spross und gedieh, wuchs und erblühte es  im Insektengarten in so üppiger Pracht, dass ein Rückschnitt mancher zu wuchsfreudiger Pflanzengestalten unumgänglich wurde. Auch die Sichtfenster in den Hecken zum See hin waren zugewuchert und mussten von allem befreit werden, was die schönen Aussichten des Publikums auf den See trüben könnte.

Acht Helfer packten deshalb an einem Montag abend mit an, schnitten und kappten, sensten und mähten, damit die Wiesen wieder Konturen bekamen und die Pflanzen neue Blüten treiben konnten. Rund zwei Stunden fröhlichen gemeinsamen Schuftens später war alles getan. So dass die Sonne in aller Schönheit unter- und das Gärtnerteam zufrieden nach Hause gehen konnte.

Für Bildinformationen bitte direkt auf Bilder klicken (Fotos: K.Herczog)


Kurz vor dem Start ...

Überlingen, 3. April 2021
Eine Woche vor dem für 9. April 2021 geplanten Start der Landesgartenschau (der dann auf 30. April verschoben wurde) legte die Arbeitsgruppe "Insekten.Garten.Schau" von NABU und BUND nochmals letzte Hand an.  Auf dem Programm stand Gehölze schneiden, Unkraut jäten, Insektennisthilfe kontrollieren - und vor allem die drei Ausstellungstafeln installieren.

 

 Diese Tafeln informieren in vielen Bildern und kurzen Texten sowohl über die Notlage der Insektenwelt in Deutschland als auch darüber, was die Sechsbeiner in ihrem Lebensraum brauchen. Und vor allem erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie gerade die Gartenbesitzer unter ihnen den Insekten ohne allzu großen Aufwand helfen können

Für Bildlegenden und -nachweise bitte auf die Fotos klicken.


Was davor geschah: Die Vorbereitungen im Jahr 2019

Der 1. Arbeitseinsatz: die Ziegelpyramide

Joachim karrt eine Fuhre Ziegel aufs Gelände
Joachim karrt eine Fuhre Ziegel aufs Gelände

Überlingen, August 2019

Wir, die NABU- und die BUND-Gruppe Überlingen, haben vor über einem Jahr beschlossen, an der Landesgartenschau Überlingen teilzunehmen  mit einem Projekt, das wir nun "Insekten.Garten.Schau" nennen, angelehnt an den "hortus insectorum oder 3-Zonen-Garten" von Markus Gastl.

 

Das Gelände westlich der Silvester-Kapelle schien uns dafür sehr geeignet. Auf unserem Geländeanteil haben wir jetzt einen 1. Bau errichtet, eine Ziegelpyramide.

 

Das Material wurde uns vom Ziegelwerk in Deisendorf geschenkt; es sind Strangfalzziegel von einem alten Dach, die man für uns per Hand herunterholte, statt sie im Kontainer zu entsorgen. Da der Durchgang vom westlichen Ende des Gartenschaugeländes vorbei an der Kapelle und über den Goldbach noch immer nicht hergestellt ist, mussten wir die Ziegel per Hand in z.T. automatische Schubkarren verladen und vor Ort befördern, dann dort aufschichten.

 

Gerhard Weyers, Tim Kaysers, Hugo Fässler, Joachim Casper und Marianne Casper-Dubro haben nach guter Vorbereitung alles bewältigt und unsere Vereinsfotografin Heide Ley-Walitza zeigt dazu die folgenden Bilder.

Am Freitag, 30.8. soll dann unser 2. Arbeitseinsatz erfolgen: Material vor Ort schaffen für eine Trockenmauer, Sandarium, Kalksteinturm oder -Haufen ...

 

Ziegel auf Ziegel schichten Tim, Marianne und Joachim    bis die Pyramide endlich steht!
(Fotos: Heide Ley-Walitza)

Der 2. Arbeitseinsatz: die Trockenmauer

Meister am Bau: In gemeinsamer Schwerarbeit schafft das Einsatzteam die Steine für die Trockenmauer herbei und schichtet sie aufeinander. Fotos: Heyde Ley-Walitza

Der 3. Einsatz: Totholzhaufen, Steinhügel, Käferkeller und Insektennisthilfe

Marianne vor Totholz- und Steinhaufen. Foto: Heyde Ley-Walitza
Marianne vor Totholz- und Steinhaufen. Foto: Heyde Ley-Walitza

Überlingen, November 2019

In einem 3. Einsatz mit 7 Personen wurde eine weitere Palette Steine aus Neufrach angefahren, von Hand abgeladen, in Schubkarren aufs Gelände gefahren und dort in die schon vorhandene Trockenmauer bis zur gewünschten Höhe eingebaut. Parallel entstanden ein Totholzhaufen und ein Käferkeller  – als Material dienten angerottetes Holz, Sägeabfälle und Borke. Aus der Umgebung sammelten wir abgestorbene Stämme, sägten dicke tote Äste und Wurzelteile ab.  Der Steinhaufen soll Kleintieren Schutz geben. Zwischen den Bauten haben wir Randbeete angelegt und jetzt erweitert. Viele einheimische Blühstauden haben wir bei Syringa gekauft, aber auch Spenden erhalten, antransportiert und als Insektennahrung und Duftblüher in mehrere Beete gepflanzt.  Unser Kernstück ist die Blumenwiese, die das Futter für Insekten liefern wird; sie wurde bisher zweimal gemäht, die Mahd dann abgeräumt, damit wir vor allem Kräuter und Wiesenblüher fördern, die es eher mager lieben. Im Winter sollen die Hecken geschnitten werden. Anfang Dezember stellt Herr Büchelmeier die große "Insektennisthilfe" mit Gründach auf. Er hat sie schon vor dem Sommer gebaut und sie ist gut belegt, wie er mitteilte. Im Frühjahr wollen wir noch das häßliche Wellblechdach des Gartenschuppens begrünen ... Dann wird es wachsen und blühen und summen auf dem Gelände.

 

Übrigens: Im wunderbar bebilderten Heft von Daniel Jakumeit  "Lebensraum Garten" mit Tipps aus dem Hortusnetzwerk kann man alles nachlesen, sich über Sinn und Nutzen informieren und viele Projektideen für die Praxis im eigenen Garten kennen lernen.

(Textautorin: Marianne Casper-Dubro)

Das neue Insekten-Domizil steht, die sechsbeinigen "Mieter" können einziehen. Fotos: Heyde Ley-Walitza

                                    Fotos: Heyde Ley-Walitza