Der Landschaftspark - ein Projekt mit Vorzeigecharakter

 

Neue Informationstafeln bei Herbstfest vorgestellt - Vorbildliche Kooperation der Interessengruppen

Überlingen (hpw) Der beispielhafte Kooperation verschiedener Interessensgruppen bei der Gestaltung des Landschaftsparks Überlingen zollte Manfred Fehrenbach, Geschäftsführer der baden-württembergischen Stiftung Naturschutzfonds, großen Respekt. "Ich kann mich heute davon überzeugen, dass unsere Mittel gut angelegt sind", sagte er beim Herbstfest auf dem Reitplatz St. Leonhard: "Man kann der Stadt nur gratulieren." Die in diesem Rahmen vorgestellten neuen Informationstafeln seien ein weiterer Mosaikstein zur Ausgestaltung des Landschaftspark, mit der "Vorbildliches für eine ökologische Stadtentwicklung" geleistet werde. Das vom Naturschutzbund einst angestoßene und in den letzten vier Jahren mit Stiftungsmitteln von fast 160.000 Mark Aufstellung der Tafeln geförderte Projekt wird inzwischen unter Federführung der Stadt fortgeführt. Hier sei nichts Künstliches errichtet worden, betonte OB Volkmar Weber, sondern die bestehende Kulturlandschaft werde für Bürger und Gäste erlebbar gemacht. Die Informationstafeln, die in den Internationalen Bodenseepfad eingebunden sind, zeigten den Spaziergängern und Wanderern, "was hier wächst und was hier lebt". Alle Beteiligten hätten schon einen langen Weg hinter sich, sagte Weber und dankte dem inzwischen formierten Arbeitskreis für das große Engagement. Ohne die Bezuschussung durch den Naturschutzfonds wäre vieles nicht möglich gewesen, betonte der OB und freute sich: "Es macht Spaß, hier vor Ort zu sein und hier spazieren zu gehen." Das Projekt trage den Zielsetzungen der Stiftung beispielhaft Rechnung, erklärte Manfred Fehrenbach und erinnerte an deren Leitsatz: "Wir brauchen die Natur - Die Natur braucht uns." Unter dieser Maßgabe wolle der Naturschutzfonds finanzielle und ideelle Unterstützung zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen leisten, neue Wege aufzeigen und Impulsgeber sein. Dafür bedankte sich auch Thomas Körner vom Naturschutzbund und versprach gleich: "Wir haben noch genug Ideen und werden mit weiteren Projekten auf sie zukommen." Die Sehenswürdigkeiten von Landschaft und Natur "ohne erhobenen Zeigefinger" vor Augen zu führen, sagte Tilmann Stottele vom Arbeitskreis Tourismus und Natur der Internationalen Bodenseekonferenz, sei Ziel der Informationstafeln. Am Überlinger See erlebten die Tafeln, die punktuell schon von Kressbronn über Friedrichshafen bis Immenstaad zu sehen sind, an diesem Tag eine Premiere. Nicht in Holz geschnitzt, sondern mit einer modernen, zeitgemäßen Grafik wolle man vor allem auch junge Menschen anpsrechen, sagte Stottele. Eine kleine Zwischenbilanz des Landschaftsparkes zog Thomas Vogler, Leiter des Gartenamtes, der von Seiten der Stadt für das Projekt verantwortlich zeichnet. Mit dem "Waldklassenzimmer", dem Obstsortengarten, einem renaturierten Bachlauf und Getreidedemonstrationsfeldern nannte er einige konkrete Beispiele. Dabei hob er das Engagement von Gerhard Weyers hervor, der auf Ackerrandstreifen und extensivierten Flächen für "Blütenwunder" gesorgt habe. Das Thema Die Vielfalt der Apfelsorten Landschaftspark dürfe jedoch an Gemarkungs- und Gemeindegrenzen nicht halt machen, sagte Vogler und stellte die Vorhaben der Zukunft vor. Bei seinem Dank an die Mitstreiter nannte er die Landwirtschaft zuerst, denn ohne Kooperation der Land- und Forstwirte sowie der Grundstücksbesitzer wäre eine Realisierung der Pläne nicht denkbar. Schon am morgen war in einem zauberhaft herbstlich geschmückten und fast voll besetzten Festzelt ein ökumenischer Erntedankgottesdienst gefeiert worden. "Gott ist der Gärtner, die Welt sein Garten und wir leben darin", hatte Münsterpfarrer Hansjörg Weber in seiner Predigt formuliert. Die Buntheit und Vielfalt dieses Gartens gelte es zu bewahren. "Die Schöpfung geht weiter", sagte Weber und machte aufmerksam "auf das Paradies, in dem wir hier leben". Wenn der Nebel sich gelichtet habe, könne dies jeder schnell erkennen. Und es ward noch Licht an diesem sonnigen Herbsttag.