"Tag der Artenvielfalt"

Ein Aktionstag von NABU und BUND Überlingen

 

Seit Jahren beobachten Wissenschaftler und Umweltschützer einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten, Vögeln und Wildtieren. Dabei ist nicht nur das Aussterben einzelner Arten zu beklagen – auch die Anzahl der Individuen pro Art ist rückläufig.

 

Für den Erhalt, die Pflege und den Schutz unserer Natur - und damit für die Artenvielfalt - setzen sich die Umweltverbände BUND und NABU seit vielen Jahren ein. Doch letztlich kann man nur schützen und bewahren (wollen), was man auch kennt.

 

Deshalb veranstalten die Überlinger Ortsgruppen in Zusammenarbeit mit dem Demeter-Betrieb Andreashof jedes Jahr den Tag der Artenvielfalt - eine erlebnis- und lehrreiche Veranstaltung für alle, denen die Bewahrung unserer Natur am Herzen liegt.  

Ziel ist es stets, den Gästen bei interessanten, kostenlosen Führungen und Vorträgen den Reichtum und die Schönheit unserer Natur nahezubringen und auf den Schwund unserer Artenvielfalt hinzuweisen. Ob als Familienausflug oder als Teil einer Radtour: Der Tag der Artenvielfalt ist immer eine schöne Gelegenheit, um die Natur zu genießen, sich zu informieren, viel zu lernen - und an einem besonderen Ort zu entspannen!

 

 

Im Jahr 2022 fand der Tag der Artenvielfalt am 29. Mai statt.

 

Info-Pavillon von BUND und NABU auf dem Andreashof
Info-Pavillon von BUND und NABU auf dem Andreashof

 

Das Programm im Überblick:

  • Naturkundliche und Botanische Führungen rund um den Hof zu Insekten, Vögeln, Blütenpflanzen und Wildkräutern
  • Führungen auf dem Andreashof durch den Kräuterschaugarten, die Imkerei, zu Lichtyam und Kompostierung
  • Infostände von BUND, NABU und Arbeitskreis Fledermäuse 
  • Kinderprogramm mit "Familien-Rallye". Ein Thema ist diesmal der Klimaschutz 
  • Essen und Trinken: Der Andreashof und das gemütliche Café im Hofladen servieren Vegetarisches, Herzhaftes, Kaffe, Kuchen, Eis und Getränke.

  


Warum die Artenvielfalt schwindet

Kaisermantel, Distelfalter und Kleiner Fuchs, Foto: K.H.
Kaisermantel, Distelfalter und Kleiner Fuchs, Foto: K.H.

 

Die "Krefelder Studie" und viele andere Studien wiesen nach, dass die Biomasse von Insekten von 1989 bis 2013 um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist. Eine erschreckende Bilanz!

 

Insekten bilden zudem die Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten, infolge schrumpfen auch die Brutvogelbestände, etwa bei Schwalben, Fliegenschnäppern, Grasmücken, Rohr- und Laubsängern. Früher noch häufig, ist heute auch die Feldlerche bei uns eine Rarität. Andere Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Bekassine könnten ebenfalls bald ihre letzten Brutplätze in Deutschland verlieren. Aber auch Fledermäuse hungern, wenn es an Insekten fehlt!

 

Die Gründe für den Insektenschwund:

  • Die industrielle Landwirtschaft hat sich mit zur größten Bedrohung für wildlebende Arten entwickelt.
  • Biotope, Hecken und Randstreifen fallen der Schaffung großflächiger Monokulturen zum Opfer.
  • Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ist ebenfalls wesentlich verantwortlich für das Verschwinden vieler Pflanzen- und Insektenarten.
  • Negativ wirkt sich zudem der fortschreitende Flächenverlust durch den Bau von Siedlungen, Gewerbegebieten und Straßen aus.

Da unsere Obstanlagen und Weinberge direkt von der Bestäubungsleistung – nicht nur der Honigbienen – abhängen, ist langfristig auch die Kulturlandschaft in unserer Region gefährdet. 

 


Und hier >>>>>
geht es zu Foto-Impressionen und Geschichten 
der "Tage der Artenvielfalt" von 2014 bis 2022.